Schützenfest in Kaltenweide (Hannover)

Pfingsten bei guten Freunden

Nach 9 Jahren verspürten die Wildschützen Trebersdorf wieder mal den Drang nach Norden. Um der Einladung des Schützenvereins Kaltenweide folge zu leisten, machten sich am Pfingstsamstag 4.oo Uhr früh 22 Wildschützen auf den Weg nach Kaltenweide bei Hannover. Mit Heinz Leutner und seinem Bus ging’s am 26. Mai früh los Richtung Norden.

Nach einigen kurzen Pausen trafen wir gegen 11.3o Uhr im Hotel „Altes Zöllnerhaus“ in unmittelbarer Nachbarschaft von Kaltenweide ein. Nach der Zimmerbelegung trafen wir uns alle im Restaurant zum Mittagessen. Danach war Einkleiden in Vereinstracht angesagt. Das Begrüßungskomitee mit 1. Vorstand Thomas Moeck, Eric Rehwinkel und dem Präsidenten des Treckerclubs Kaltenweide wartete bereits mit dem Hanomagtaxi, um uns nach Kaltenweide zum Abmarsch zum Anbringen der Schützenscheiben zu bringen.

Beim vorgesehenen Platz steht schon die Leiter bereit und an der Mauer hängt eine Flasche Schnaps am Nagel als Platzhalter. Der Scheibenkieker, das ist der, der dann die Leiter erklimmen darf, hängt die Scheibe vorerst verkehrt herum auf, dann wird wissenswertes und lustiges über den Gewinner erzählt. Während der Rede spritzt der Kieker den Schnaps über die Gäste, Scheibe und Nagel. Damit soll der Nagel vor Rost die Scheibe vor Verwitterung und die Gäste vor ……, tja, keine Ahnung, geschützt werden. Anschließend gibt es einen Ehrentanz der Majestät, das ist Pflicht. Danach kommt jedes Mal der gemütliche Teil mit Getränken aller Art und kleinen Köstlichkeiten in Form von Kuchen oder kleinen Happen. Dann geht’s weiter zum Nächsten, diesen Samstag waren es vier. Nach dem Zeremoniell brachte uns das Treckertaxi wieder ins Hotel.

Jetzt konnte jeder frei entscheiden ob er mit dem Taxi wieder zurück ins Festzelt fährt oder den Abend ruhig im Biergarten des Hotels verbringt. Die meisten zog’s natürlich ins Festzelt.

Nächster Tag, Pfingstsonntag, machten wir uns selbständig und fuhren nach dem Frühstück in den Serengetipark Hodenhagen. Ein Wildpark der anderen Art, hier laufen die Löwen, Tiger und Nashörner frei herum und die Besucher sind eingesperrt in ihre Pkws oder in den Safaribussen. Bei einer rund einstündigen überaus interessanten Rundfahrt mit dem Safaribus erlebten wir die wilde Tierwelt verschiedener Kontinente hautnah. Anschließend konnte jeder den Tag nach eigenen Gelüsten gestalten. Einige ärgerten die Affen oder wurden selber geärgert oder machten die Dschungelsafari mit einem Jeep. Für die Kinder war natürlich der Erlebnispark das höchste der Gefühle und so war die Zeit bis zur Rückfahrt nach Kaltenweide viel zu kurz. Nach der Rückkehr ins Hotel hieß es umziehen für den heutigen Abend im Festzelt, als „Nacht der Tracht“ deklariert. Natürlich wurden wir wieder vom Treckertaxi abgeholt und zum Festplatz chauffiert. Für Stimmung dieses Tanzabends sorgten die „Bayernstürmer“. Auch die Wildschützen hielten sich heute die meiste Zeit auf der Tanzfläche auf. Die Heimfahrt ins Hotel musste wieder jeder selbst organisieren.

Der Pfingstmontag ist in Kaltenweide der wichtigste Tag des (Schützen) Jahres. Laut Programm ist um 11.oo Uhr Katerfrühstück mit Ehrungen, um 14.3o Uhr Empfang der Gastvereine und um 15.oo Uhr großer Festzug durch die Strassen des Ortes. Aber nun der Reihe nach der heutige Tagesablauf aus Sicht der Wildschützen Trebersdorf.
Gaaanz langsam beginnen wir den heutigen Tag, er wird ja wegen unserer Heimreise am Spätnachmittag wahrscheinlich bis nach Mitternacht dauern. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel ging’s ans Kofferverladen. Kleiderordnung war heute Uniform und Dirndl, bequemere Kleidung für die Heimfahrt wurde im Bus deponiert. Heute wurden wir nicht vom Treckertaxi abgeholt sondern unser Bus brachte uns zum Festplatz damit wir sofort nach dem Festzug Richtung Heimat starten konnten. Im Zelt wurden wir schon von den Verantwortlichen des SV Kaltenweide erwartet und zum Katerfrühstück zu unseren Plätzen geleitet.

„Katerfrühstück“ was ist das, werden sich viele gefragt haben. Ein Katerfrühstück ist ein Frühstück, welches die Beschwerden eines Katers nach übermäßigen Alkoholkonsum am Vorabend lindern soll. Es besteht aus vermehrter Flüßigkeitszufuhr sowie eiweis- und fettreicher Kost, insbesondere Fisch, Sauerem oder sauer Eingelegtem wie Bismarckhering, Sauerkraut oder Rollmops.
Dieses ominöse „Katerfrühstück“ gehört in Norddeutschland zu jedem Fest wie bei uns der Kirchenzug, der Festgottesdienst und das anschließende gemeinsame Mittagessen im Festzelt. Angefangen wurde mit Suppe, der sogenannten Niedersachsensuppe, danach folgten Fischplatte, Zwiebelmett & Sauerfleisch (Sulz), Brot und Brötchen, Pellkartoffel & Kräuterquark, und natürlich flüssige Nahrung.

Nach dem Essen gab’s die üblichen Reden der Honoratioren und Ehrungen für verdiente Schützen. Der 1. Schützenmeister der Wildschützen Trebersdorf nutzte diese Gelegenheit um sich offiziell beim Schützenverein Kaltenweide für die Einladung und natürlich für die herzliche Gastfreundschaft der letzten drei wundervollen Tage zu bedanken und überreichte als Gastgeschenk eine Schützenscheibe mit den beiden Vereinswappen.
Anschließend saßen wir noch in gemütlicher Runde mit unseren Schützenfreunden auf dem etwas kühleren Freisitz hinter dem Zelt. Um 14.3o Uhr wurde dann zum Aufbruch geblasen. Die Gastvereine wurden vom Festverein mit Musik ins Zelt geleitet, begrüßt und vorgestellt. Anschließend hieß es Aufstellen zum Festzug durch die mit Zuschauern gesäumten Strassen von Kaltenweide. Kurz vor Ende des Festzuges zweigten wir vom Wege ab zu unserem Bus, der im Hof vom Elternhaus von Jörg Baumgarte stand. Die Verwandten von Jörg hatten schon Flüssiges für uns bereit gestellt damit wir keinen Durst leiden brauchten. Nach dem Kleiderwechsel (von der Vereinskleidung in die bequeme und luftige Zivilkleidung) hieß es Abschied nehmen von Kaltenweide. Pünktlich um 16.oo Uhr starteten wir Richtung Heimat. Nach einer Kurzen Pause zum Abendessen erreichten wir um Mitternacht wieder das Schützenheim. Das Resümee dieser Reise nach Kaltenweide: jedem hat’s gefallen, alle waren zufrieden, die meisten hat die herzliche Freundschaft der Niedersachsen überrascht und die einhellige Meinung aller: wenn dieses Kaltenweide nicht so weit weg wäre, könnten wir dieses Fest öfter besuchen.